Die Legende der Trendula
Einer alten Überlieferung nach war Trendula die Tochter des sagenhaften Riesen Kruko, der einst
den Reinhardswald beherrscht haben soll. Gemeinsam mit ihren Schwestern Brama und Saba
lebte sie in einer Zeit, in der sich Legenden, Natur und Geschichte miteinander vermischten.
Schon als junges Mädchen galt Trendula als neugierig und eigenwillig. Eine bekannte Erzählung
berichtet, dass sie eines Tages ins Tal hinabstieg und dort einen Bauern bei der Feldarbeit
beobachtete. Für die Riesentochter wirkten Ochse, Pflug und Bauer wie winzige Spielzeuge.
Kurzerhand nahm sie alles mit zur Burg, um damit zu spielen. Ihr Vater machte ihr jedoch
deutlich, dass die Arbeit der Menschen die Grundlage für das Leben aller sei und schickte sie
zurück, damit sie alles unversehrt an seinen Platz brachte. Diese Geschichte wird bis heute gern
erzählt und erinnert daran, wie unterschiedlich die Welt aus den Augen einer Riesin und eines
Menschen erscheinen kann.
Nach dem Tod ihres Vaters trennten sich die Wege der drei Schwestern. Während Brama und
Saba den neuen christlichen Glauben annahmen, blieb Trendula den alten heidnischen
Traditionen verbunden. Aus dieser unterschiedlichen Weltanschauung entwickelte sich ein tiefer
Konflikt, der sich im Laufe der Zeit zu einer der bekanntesten Sagen des Reinhardswaldes
entwickelte.
Den Überlieferungen zufolge errichtete Brama ihre Burg auf der anderen Seite der Weser,
während Saba im Reinhardswald ihre spätere Sababurg bewohnte. Trendula hingegen zog sich
auf den Höhenzug über der Diemel zurück und errichtete dort ihre eigene Burg – die heutige
Trendelburg, die ihren Namen bis heute trägt.
Viele Geschichten erzählen von nächtlichen Begegnungen, geheimnisvollen Nebeln und heftigen
Auseinandersetzungen zwischen den Schwestern. Besonders bekannt ist die Sage um die
sogenannte Mordkammer, einen Ort, an dem sich nach der Überlieferung ein tragischer Streit
zwischen Trendula und Saba ereignet haben soll. Ob sich diese Ereignisse tatsächlich zugetragen
haben oder lediglich Teil der regionalen Sagenwelt sind, lässt sich heute nicht mehr feststellen.
Sie gehören jedoch fest zum kulturellen Erbe der Region.
Auch das Ende Trendulas ist von Legenden umgeben. Man erzählt sich, dass ein gewaltiges
Unwetter viele Tage über dem Land tobte. Erst nachdem Trendula dem Zorn des Himmels
begegnet war, verzogen sich die dunklen Wolken wieder. An der Stelle, an der der Blitz
eingeschlagen sein soll, erinnern die sogenannten Wolkenbrüche noch heute an diese uralte
Erzählung.
Ob Wahrheit oder Mythos – Trendula gehört untrennbar zur Geschichte von Trendelburg. Ihr
Name lebt nicht nur in den Sagen weiter, sondern auch im Namen der Stadt, der Burg und nun
auch im „Trendulas-Wohnmobilhafen“. Wer die Region besucht, entdeckt nicht nur eine reizvolle
Landschaft, sondern taucht zugleich in eine faszinierende Welt voller Geschichten, Legenden und
jahrhundertealter Überlieferungen ein.
Vielleicht wacht Trendula noch heute über die Diemel und ihre Heimat. Wer heute im Trendulas
Wohnmobilhafen übernachtet, befindet sich inmitten in einer Region voller Geschichte, Sagen
und beeindruckender Natur – ein idealer Ausgangspunkt, um Trendelburg und den
Reinhardswald selbst zu entdecken.